Ein Barcode, der nicht scannt, kostet Zeit an der Kasse, sorgt für Fehlbuchungen im Lager und kann im schlimmsten Fall zur Auslistung beim Händler führen. Die gute Nachricht: In fast allen Fällen ist die Ursache einer von zehn typischen Fehlern – und die meisten lassen sich in wenigen Minuten beheben.

Schnell-Check

Die 10 häufigsten Ursachen

1. Ruhezone zu klein

Problem: Links und rechts vom Barcode muss ein freier, heller Rand bleiben. Ragt Text, ein Rahmen oder die Kante der Verpackung zu nah heran, findet der Scanner Anfang und Ende des Codes nicht.

Lösung: Bei EAN-13 mindestens 11 Strichbreiten links und 7 rechts freilassen – bei Normalgröße etwa 3,6 mm bzw. 2,3 mm. Bei Code 128 mindestens 10 Strichbreiten auf beiden Seiten.

2. Zu klein gedruckt

Problem: Je kleiner der Barcode, desto feiner die Striche. Einfache Scanner und Druckverfahren kommen dann an ihre Grenzen.

Lösung: Die Nenngröße einer EAN-13 beträgt 37,29 × 25,93 mm (inklusive Ruhezonen und Klartext). Zulässig sind 80 % bis 200 % davon. Unter 80 % sollten Sie nicht gehen.

3. Höhe abgeschnitten

Problem: Um Platz zu sparen, wird der Barcode oft flacher gemacht. Dadurch müssen Scanner sehr genau ausgerichtet werden – an der Kasse ein häufiger Grund für Fehlscans.

Lösung: Barcode nicht in der Höhe kürzen. Lieber insgesamt proportional verkleinern (innerhalb der zulässigen Größe).

4. Zu wenig Kontrast oder falsche Farben

Problem: Die meisten Scanner arbeiten mit rotem Licht. Rote, orange oder gelbe Striche erscheinen für sie wie weißer Hintergrund – der Barcode ist unsichtbar. Auch dunkle Hintergründe oder Pastelltöne bereiten Probleme.

Lösung: Dunkle Striche auf hellem Grund. Am sichersten: Schwarz auf Weiß. Gut funktionieren auch Dunkelblau, Dunkelgrün oder Dunkelbraun auf Weiß.

5. Verzerrt oder gestreckt

Problem: Wird der Barcode im Layoutprogramm, in Word oder Excel nur in der Breite oder nur in der Höhe gezogen, verändern sich die Verhältnisse der Strichbreiten.

Lösung: Immer an den Ecken und mit gedrückter Umschalttaste skalieren, damit das Seitenverhältnis erhalten bleibt.

6. Unscharf oder verpixelt

Problem: Ein kleines PNG, das stark vergrößert wird, bekommt unscharfe Kanten. Bei Thermodruckern verschwimmen Striche, wenn ihre Breite nicht zu den Druckpunkten passt.

Lösung: Für den Druck die SVG-Datei verwenden – sie bleibt in jeder Größe gestochen scharf. Bei Etikettendruckern mit 203 dpi eine Strichbreite wählen, die einem ganzzahligen Vielfachen der Druckpunkte entspricht, und den Barcode nicht nachträglich skalieren.

7. Falsche Prüfziffer

Problem: Der Barcode sieht perfekt aus, wird aber verworfen: Die letzte Ziffer passt nicht zu den übrigen zwölf. Das passiert vor allem bei selbst ausgedachten oder abgetippten Nummern.

Lösung: Nummer mit dem Prüfziffer-Rechner kontrollieren. Unser Generator lehnt EAN-13 mit falscher Prüfziffer automatisch ab.

8. Ungünstiger Untergrund

Problem: Glänzende Folien, Metall, Glas oder stark gewölbte Flächen (Flaschen, Dosen) reflektieren das Licht oder verzerren den Code.

Lösung: Matte Etiketten verwenden. Auf Flaschen und Dosen den Barcode um 90° drehen (Leiter-Ausrichtung, Striche waagerecht), damit er entlang der geraden Achse verläuft statt um die Rundung herum – oder ihn auf einer flachen Stelle platzieren.

9. Scanner kennt das Format nicht

Problem: Viele Handscanner sind ab Werk nur für bestimmte Symbologien freigeschaltet. Ein Code 128 wird dann ignoriert, obwohl er einwandfrei ist.

Lösung: Im Handbuch des Scanners die Konfigurations-Barcodes suchen und das gewünschte Format (z. B. Code 128, GS1-128) aktivieren.

10. Barcode in Ordnung – aber Artikel unbekannt

Problem: Der Scanner piept, die Kasse meldet aber „Artikel nicht gefunden“. Dann wurde der Barcode korrekt gelesen, die Nummer ist aber im Warenwirtschafts- oder Kassensystem nicht angelegt.

Lösung: Artikel mit genau dieser GTIN im System anlegen. Für den Handel muss die Nummer zudem offiziell registriert sein – siehe EAN-Nummer beantragen.

So testen Sie richtig

  1. In Originalgröße drucken: Testen Sie nie nur am Bildschirm, sondern auf dem echten Material und mit dem echten Drucker.
  2. Mit mehreren Geräten scannen: Handscanner, Smartphone-App und – wenn möglich – den Scanner Ihres Abnehmers. Smartphones sind oft toleranter als Kassenscanner; ein erfolgreicher Handy-Scan allein ist daher kein Freifahrtschein.
  3. Aus verschiedenen Winkeln und Abständen scannen, wie es an der Kasse passiert.
  4. Für den Handel prüfen lassen: Große Händler verlangen teils ein Prüfprotokoll nach ISO/IEC 15416. Dienstleister und GS1 bieten solche Barcode-Prüfungen an.

Am einfachsten vermeiden Sie die meisten Fehler, indem Sie den Barcode von Anfang an korrekt erzeugen: mit richtiger Prüfziffer, Ruhezone und als verlustfreie SVG-Datei.

EAN, UPC, Code 128, Code 39, ITF-14 oder QR-Code in Sekunden erstellen – als SVG oder PNG.

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