EAN, UPC, GTIN, ISBN – wer zum ersten Mal ein Produkt mit Barcode versehen will, stolpert über eine Handvoll Abkürzungen, die scheinbar dasselbe meinen. Ganz falsch ist das nicht: Die meisten davon sind Varianten derselben Nummernfamilie. Hier erfahren Sie, was hinter den Begriffen steckt und welchen Barcode Sie tatsächlich brauchen.
Die Kurzfassung
GTIN: der Oberbegriff
Die Global Trade Item Number (GTIN) ist die weltweit eindeutige Artikelnummer, die von der Organisation GS1 verwaltet wird. Es gibt sie in vier Längen – GTIN-8, GTIN-12, GTIN-13 und GTIN-14. Früher hieß die europäische Variante EAN (European Article Number), die nordamerikanische UPC (Universal Product Code). Beide Systeme wurden unter dem Dach von GS1 zusammengeführt; die alten Namen leben aber in den Barcode-Bezeichnungen weiter.
Alle GTINs enden mit einer Prüfziffer, die nach demselben Verfahren berechnet wird. Deshalb lassen sich die Formate ineinander umrechnen, indem man links Nullen ergänzt.
Alle Formate im Vergleich
| Nummer | Barcode | Stellen | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|
| GTIN-13 | EAN-13 | 13 | Verbraucherprodukte in Europa und weltweit |
| GTIN-12 | UPC-A | 12 | Verbraucherprodukte in USA und Kanada |
| GTIN-8 | EAN-8 | 8 | Sehr kleine Verpackungen (z. B. Kaugummi, Kosmetik) |
| GTIN-14 | ITF-14 oder GS1-128 | 14 | Umkartons und Versandeinheiten, nicht für die Ladenkasse |
| – | Code 128 | variabel | Lager, Logistik, interne Nummern mit Buchstaben |
Code 128 gehört nicht zur GTIN-Familie, sondern ist ein freies Barcode-Format für beliebigen Text. In der Variante GS1-128 transportiert er jedoch GS1-Daten wie GTIN, Charge oder Mindesthaltbarkeitsdatum auf Logistiketiketten.
UPC in EAN umwandeln
Eine UPC-A ist eine GTIN-12. Setzen Sie eine 0 davor, erhalten Sie die entsprechende GTIN-13 – die Prüfziffer bleibt dabei unverändert:
- UPC-A:
036000291452 - EAN-13:
0036000291452
Europäische Kassen lesen UPC-Barcodes problemlos, und umgekehrt verarbeiten auch Systeme in Nordamerika heute EAN-13. Sie brauchen also keine zwei Nummern für ein Produkt.
Was die ersten Ziffern bedeuten
Die ersten zwei bis drei Ziffern einer EAN-13 zeigen, welche GS1-Organisation die Nummer vergeben hat – nicht, wo das Produkt hergestellt wurde. Ein deutsches Unternehmen kann in China produzieren lassen und trotzdem eine Nummer mit 40 vorne nutzen.
| Präfix | Bedeutung |
|---|---|
| 400–440 | GS1 Germany |
| 900–919 | GS1 Austria |
| 760–769 | GS1 Switzerland |
| 000–019, 030–039, 060–139 | GS1 US (entspricht UPC-Nummern) |
| 200–299 | Interne Nummern, z. B. für Waagenetiketten oder Eigenartikel im Laden |
| 977 | Zeitschriften (ISSN) |
| 978–979 | Bücher (ISBN) |
Sonderfall ISBN
Bücher haben eine ISBN, die seit 2007 13-stellig ist und mit 978 oder 979 beginnt. Sie ist gleichzeitig eine gültige GTIN-13 und wird als EAN-13-Barcode gedruckt. ISBNs vergibt in Deutschland allerdings nicht GS1, sondern die ISBN-Agentur (MVB). Für Bücher brauchen Sie also keine zusätzliche GS1-Nummer.
Welchen Barcode brauche ich?
- Produkt für Handel oder Amazon: offizielle GTIN-13 von GS1 als EAN-13-Barcode. Wie das geht, steht in unserem Ratgeber EAN-Nummer beantragen.
- Sehr kleine Verpackung: GTIN-8 als EAN-8 – muss separat bei GS1 beantragt werden.
- Umkarton mit mehreren Artikeln: GTIN-14 als ITF-14.
- Lager, Inventar, interne Nummern: Code 128 – frei verwendbar, auch mit Buchstaben.
EAN, UPC, Code 128, Code 39, ITF-14 oder QR-Code in Sekunden erstellen – als SVG oder PNG.
EAN-13 oder Code 128 erstellen