Ein Barcode, der am Bildschirm gut aussieht, scheitert oft erst auf dem Etikett: zu klein, ohne Ruhezone, als weiches PNG aufgezogen oder in einer Farbe, die der Scanner nicht sieht. Dieser Ratgeber sammelt die Maße, die GS1 für EAN-Codes nennt, die Rolle der Auflösung und den Unterschied zwischen SVG und PNG – damit das Etikett beim ersten Ausdruck lesbar ist.
Worauf es ankommt
- Dunkle Striche auf hellem, mattem Grund. Schwarz auf Weiß ist der sichere Fall.
- Ruhezone frei lassen. Ein Rahmen, der die Striche berührt, macht den Code unlesbar.
- EAN-13 nicht unter 80 Prozent der Nenngröße drucken und nicht nur in der Höhe stauchen.
- Für den Druck SVG verwenden. PNG nur dort, wo es nicht stark vergrößert wird.
- Modulbreite an die Druckerpunkte anpassen, besonders bei 203-dpi-Etikettendruckern.
- Den ersten Bogen auf dem echten Material mit dem echten Scanner prüfen.
Druckgröße
GS1 gibt die Größe eines EAN-Symbols über die Modulbreite an, oft X-Modul genannt. Das ist die Breite des schmalsten Strichs. Bei 100 Prozent ist sie 0,330 mm. Für die Ladenkasse sind 80 bis 200 Prozent zulässig, also 0,264 mm bis 0,660 mm. Auf Umkartons, die automatisch gelesen werden, liegt der Bereich höher, bei 150 bis 200 Prozent.
| 80 % | 100 % | 200 % | |
|---|---|---|---|
| Modulbreite | 0,264 mm | 0,330 mm | 0,660 mm |
| EAN-13, Breite inklusive Ruhezonen | 29,83 mm | 37,29 mm | 74,58 mm |
| EAN-13, Balkenhöhe | 18,28 mm | 22,85 mm | 45,70 mm |
| EAN-13, Ruhezone links / rechts | 2,90 / 1,85 mm | 3,63 / 2,31 mm | 7,26 / 4,62 mm |
Die Balkenhöhe ist die Höhe der Striche, nicht die Höhe inklusive Klartextzeile. Die Ziffern stehen darunter und brauchen zusätzlich ein paar Millimeter. Die Breite enthält die Ruhezonen schon. Unter 80 Prozent wird es für den Handel eng; einzelne On-Demand-Druckverfahren dürfen in einem sehr schmalen Band darunter liegen, darauf sollte ein normaler Etikettendruck sich nicht verlassen. Auf der Buchrückseite ist derselbe EAN-13 die gedruckte ISBN. Woher die Nummer kommt und wie daraus der Strichcode wird, steht unter ISBN kaufen.
EAN-8 ist kleiner: bei 100 Prozent 26,73 mm breit inklusive Ruhezonen, Balkenhöhe 18,23 mm, Ruhezone beidseitig sieben Modulbreiten. UPC-A liegt in derselben Größenordnung wie EAN-13, mit neun Modulbreiten Ruhezone links und rechts. ITF-14 auf Kartons startet bei einer Modulbreite von 0,495 mm und einer Balkenhöhe von mindestens 31,75 mm. Die Formate bekommen Sie, wenn Sie den Strichcode erstellen, etwa unter EAN-Code generieren, UPC-Code generieren und ITF-14 generieren.
Ruhezone
Die Ruhezone ist der leere helle Streifen vor dem ersten und nach dem letzten Strich. Der Scanner erkennt daran, wo das Symbol anfängt. Bei EAN-13 sind es 11 Modulbreiten links und 7 rechts. Bei Code 128 und Code 39 sind es mindestens zehn Modulbreiten je Seite, beim QR-Code vier Modulbreiten auf allen vier Seiten.
In den Dateien dieses Generators ist der Rand schon enthalten. Trotzdem geht er auf dem Etikett oft verloren: ein schwarzer Rahmen liegt darauf, der Text der Produktbezeichnung ragt hinein, oder der Code sitzt so knapp an der Schnittkante, dass der Rand abgeschnitten wird. Die Ruhezone darf an den Rand des Etiketts stoßen, sie darf nur nichts enthalten. Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie außerhalb der Ruhezone noch einen Millimeter Zugabe.
Auflösung und DPI
Ein Thermodrucker setzt Striche aus Punkten zusammen. Die Modulbreite muss ein ganzzahliges Vielfaches eines Punktes sein, sonst werden benachbarte Striche ungleich dick und der Scanner liest daneben.
- 300 dpi: ein Punkt ist etwa 0,085 mm breit. Vier Punkte ergeben etwa 0,339 mm, also knapp über der Nenngröße von 0,330 mm. Das ist ein robuster Wert für EAN-13 auf einem Laser- oder 300-dpi-Etikettendrucker.
- 203 dpi: ein Punkt ist etwa 0,125 mm. Zwei Punkte sind 0,250 mm und liegen unter der normalen Untergrenze von 0,264 mm. Drei Punkte sind 0,375 mm, rund 114 Prozent. Für EAN auf einem 203-dpi-Gerät nehmen Sie mindestens drei Punkte pro Modul.
- 600 dpi: mehr Spielraum, aber kein Freibrief. Ein in Word weichgerechnetes PNG bleibt auch bei 600 dpi unscharf, wenn es aus zu wenigen Pixeln besteht.
Diese Punktzahlen gelten für den schmalsten Strich. Breitere Striche im Symbol sind Vielfache davon. Skalieren Sie den Barcode im Layoutprogramm nicht „ungefähr“ auf die Etikettbreite, sondern auf ein Maß, das zu den Druckerpunkten passt. Office-Programme runden dabei oft unglücklich. Für den Auflagendruck gehört die Datei in ein Programm, das Millimeter ernst nimmt.
SVG oder PNG
SVG beschreibt die Striche als Flächen, nicht als Pixel. Die Druckerei, Illustrator, InDesign oder Inkscape können es in jeder Größe scharf setzen. Das ist die Datei für Verpackungen und Etikettenbögen.
PNG ist ein Rasterbild. Dieser Generator schreibt es in dreifacher Auflösung der Vorschau, nicht als feste 300-dpi-Datei. In Originalgröße auf einer Webseite oder in einer Excel-Zelle ist das in Ordnung. Ziehen Sie es auf einem Etikett stark auf, werden die Kanten grau, und graue Kanten liest ein Scanner schlecht. JPEG ist für Barcodes ungeeignet, weil die Kompression an den Strichkanten Wellen erzeugt.
In Excel und Word ist PNG oft der pragmatische Weg für wenige Stück. Die drei Methoden – Bild, Schriftart, Seriendruck – beschreibt Barcode in Excel erstellen. Für alles, was in den Handel geht, bleiben Sie bei SVG.
Etiketten erstellen
Ein Etikett muss das Symbol, die Ruhezone und die Klartextzeile aufnehmen. Ein EAN-13 bei 100 Prozent ist schon 37,29 mm breit. Ein Etikett von 40 mm Breite hat dafür keinen Spielraum mehr, sobald ein Rahmen oder eine Schnittoleranz dazukommt. Planen Sie für Nenngröße eher 50 mm Breite. In der Höhe brauchen die Balken 22,85 mm plus Ziffern; 30 mm werden dann knapp, 40 mm sind bequem. Bei 80 Prozent passen Breite und Balkenhöhe auf kleinere Etiketten, die Ruhezone muss aber vollständig auf dem Etikett liegen.
Praktische Reihenfolge:
- Nummer inklusive Prüfziffer festziehen. Dafür gibt es den EAN-Rechner.
- Strichcode als SVG erzeugen, im passenden Format: EAN, UPC, Code 128 oder Code 39.
- Im Layout proportional auf die Zielgröße setzen, Ruhezone gegen Rahmen und Text prüfen.
- Eine Seite auf Normalpapier drucken und scannen, dann erst auf das echte Etikett gehen.
- Erst wenn der echte Drucker und das echte Material funktionieren, den ganzen Bogen oder die Rolle drucken.
Etiketten für Amazon FBA sind ein Sonderfall mit eigener Nummer: Wie das FNSKU-Etikett als Code 128 aufgebaut ist, steht im Ratgeber FNSKU-Barcode erstellen. Für Word-Bögen über Sendungen → Etiketten steht die Anleitung Etiketten mit Barcode in Word drucken. Für Rollenware im Thermotransfer halten die Striche länger als beim Thermodirekt, dessen Beschichtung mit der Zeit verblasst. Für ein Regaletikett, das Wochen hält, ist das selten ein Problem. Für einen Karton, der im Außenlager liegt, schon.
Farbe, Material, Test
Die meisten Scanner beleuchten mit rotem Licht. Rote, orange und gelbe Striche verschwinden dabei vor hellem Grund. Dunkelblau, Dunkelgrün oder Schwarz auf Weiß funktionieren. Der Hintergrund muss hell und möglichst matt sein. Glanzfolie spiegelt, durchsichtige Folie ohne weißen Unterdruck lässt die Striche verschwinden, und auf einer Dose verzerrt die Rundung das Symbol. Dort hilft die Leiter-Ausrichtung: Striche waagerecht, sodass sie entlang der geraden Achse laufen, oder eine flache Stelle auf dem Etikett.
Testen Sie nicht nur mit dem Telefon. Smartphones sind oft toleranter als der Scanner an der Kasse oder im Wareneingang. Zwei oder drei Exemplare aus dem echten Druck reichen für die Probe. Wenn der Code lesbar ist und die Kasse trotzdem „Artikel unbekannt“ sagt, ist der Strichcode in Ordnung und die Nummer im System nicht angelegt. Die weiteren Ursachen stehen in Barcode scannt nicht.
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